IVOM

Makula & IVOM

Einleitung

Erkrankungen der Makula, der zentralen Netzhautregion des Auges, zählen zu den häufigsten Ursachen für eine Einschränkung des Sehvermögens im Erwachsenenalter. 
Makulaerkrankungen sind die häufigste Ursache für Erblindungen in westlichen Industrienationen. 
Ein moderner und sehr wirksamer Behandlungsansatz ist die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) – eine mikrochirurgische Injektionstherapie, die direkt im Augeninneren wirkt und bei vielen Netzhauterkrankungen den Sehverlust stoppen oder deutlich verzögern kann.

Was ist die Makula?

Die Makula lutea, auch „gelber Fleck“ genannt, ist der zentrale Bereich der Netzhaut und der Punkt des schärfsten Sehens. 
Hier befinden sich die meisten Zapfen, also die Sinneszellen, die für das scharfe, farbige und kontrastreiche Sehen verantwortlich sind. 
Die Makula ist damit entscheidend für Tätigkeiten, die hohe Sehschärfe erfordern – etwa das Lesen, Erkennen von Gesichtern, Arbeiten am Bildschirm oder Autofahren.

Wenn die Makula erkrankt oder geschädigt wird, verändert sich das Sehen auf charakteristische Weise:
– Buchstaben verschwimmen beim Lesen
– Gesichter erscheinen verzerrt oder verschwommen
– Farben wirken matter
– In der Mitte des Gesichtsfeldes entsteht ein unscharfer oder dunkler Fleck

Mit Fortschreiten der Erkrankung kann der zentrale Seheindruck ganz verloren gehen, während das äußere Gesichtsfeld meist erhalten bleibt. 
Früherkennung und gezielte Therapie sind deshalb entscheidend, um die Lesefähigkeit, das Erkennen von Gesichtern und die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten. 

Viele dieser Erkrankungen lassen sich heute durch gezielte intravitreale Therapien (IVOM) wirksam behandeln oder stabilisieren.

Was ist eine IVOM-Behandlung?

Die IVOM (intravitreale operative Medikamenteneingabe) bezeichnet die gezielte Injektion eines Medikaments in den Glaskörperraum des Auges. 
Das Medikament wirkt dort direkt an der Netzhaut und ermöglicht eine hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig sehr geringer systemischer Belastung des Körpers.

Die IVOM ist heute eine der häufigsten und am besten untersuchten Behandlungsformen in der modernen Augenheilkunde und hat die Therapie vieler Netzhauterkrankungen grundlegend verändert.

Bei welchen Erkrankungen wird die IVOM angewendet?

Die IVOM-Therapie kommt bei einer Reihe von Erkrankungen zum Einsatz, bei denen krankhafte Gefäßneubildungen oder Flüssigkeitseinlagerungen in der Netzhaut das Sehvermögen gefährden. Dazu gehören insbesondere:

– Feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
– Diabetisches Makulaödem (DMÖ) bei Zuckererkrankung
– Makulaödem nach Gefäßverschluss z. B. bei Venenast- oder Zentralvenenverschluss
– Myope Chorioidale Neovaskularisation (CNV) bei hoher Kurzsichtigkeit
– Andere seltene Formen makulärer Schwellungen oder Neovaskularisationen

In vielen Fällen lässt sich mit der IVOM eine stabile Sehschärfe über Jahre erhalten oder eine weitere Verschlechterung verhindern.

Wie wird die IVOM durchgeführt?

Die Behandlung erfolgt ambulant in unserer Praxis unter sterilen Operationsbedingungen. 

Nach gründlicher Desinfektion und örtlicher Betäubung durch Tropfen wird das Medikament über eine sehr feine Injektionskanüle über die weiße Sklera des Auges direkt in den Glaskörperraum eingebracht. 
Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, ist in der Regel schmerzfrei und wird von den Patientinnen und Patienten meist gut toleriert.

Direkt nach der Injektion kann die Praxis wieder verlassen werden. 
In der Regel sind mehrere Injektionen in festgelegten Abständen erforderlich, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. 

Die Therapie wird individuell geplant und der Verlauf regelmäßig mit OCT-Kontrollen der Makula überprüft.

Was wird injiziert – und wie wirkt es?

Je nach Krankheitsbild werden unterschiedliche Medikamentengruppen eingesetzt, die gezielt in den Stoffwechsel der Netzhaut eingreifen. 

1. Anti-VEGF-Präparate (z. B. Aflibercept, Ranibizumab, Faricimab, Bevacizumab)
Diese Wirkstoffe blockieren den Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der bei vielen Netzhauterkrankungen für krankhafte Gefäßneubildungen und Flüssigkeitsaustritte verantwortlich ist.
   → Wirkung: Rückbildung der Schwellung, Stabilisierung oder Verbesserung des Sehvermögens.

2. Kortisonhaltige Präparate (z. B. Dexamethason-Implantat)
   Sie wirken entzündungshemmend und abschwellend, insbesondere bei diabetischen oder entzündlichen Makulaödemen.
   → Wirkung: Langsame, anhaltende Reduktion der Netzhautschwellung über mehrere Monate.

Alle verwendeten Präparate sind international erprobte, zugelassene Medikamente. Die Auswahl erfolgt nach den individuellen Befunden und nach aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien.

Ziel der Behandlung

Die IVOM-Therapie kann das Fortschreiten vieler Netzhauterkrankungen deutlich verlangsamen und in zahlreichen Fällen sogar eine sichtbare Sehverbesserung erzielen. 
Eine frühzeitige Diagnostik und regelmäßige Nachsorge sind entscheidend, um den bestmöglichen Erfolg zu sichern.

Unser erfahrenes Ärzteteam begleitet Sie während des gesamten Behandlungsverlaufs – von der Diagnosestellung über die Injektion bis zur langfristigen Verlaufskontrolle.